Archivdateien konvertieren
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Mit Online-Umwandeln.de lassen sich verschiedene Dateiarchive (z.B. .RAR, .ZIP, .7Z, .tgz und viele mehr) einfach in andere Archive konvertieren. So sparen Sie sich die Installation zusätzlicher Software, denn mit einer Umwandlung in das bekannte .ZIP-Format lassen sich die meisten Archive direkt öffnen.
Gegenwärtig werden folgende Archivformate unterstützt:
.rar, .zip, .tar.gz, .tgz, .gz, .tbz, .bz, .bz2, .tzo, .tlz, .txz, .t7z, .jar, .war, .lha, .7z, .alzip, .ace, .arj, .arc, .cab, .lzma, .lzo, .lz, .xz, .rzip, .lrzip, .7zip, .cpio
Archivformate im Überblick: von 7z über rar und tar zu ZIP
Archivformate bündeln mehrere Dateien und Ordner in einer einzigen Datei. Das ist nicht nur praktisch für den Versand per E-Mail, den Download aus dem Internet oder die Archivierung, sondern die meisten Formate komprimieren den Inhalt zusätzlich. Das spart Platz auf der Festplatte, SSD oder im Postfach. Doch welches Format eignet sich wofür? Wie ist die aktuelle Verbreitung und welches Format wurde abgelöst? Dieser Artikel soll einen Überblick über die wichtigsten Archivformate, deren Geschichte, ihre Stärken und Schwächen geben.
tabellarischer Vergleich der wichtigsten Archiv-Formate:
| ZIP | RAR | 7z | tar | tar.gz | tar.xz | tar.zst | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Entwickler | PKWARE | win.rar GmbH | Igor Pavlov | AT&T Bell Labs | GNU Project | Lasse Collin | Meta (Facebook) |
| Eingeführt | 1989 | 1993 | 1999 | 1979 | 1992 | 2009 | 2015 |
| Algorithmus | DEFLATE | Proprietär | LZMA2 | Keine | gzip (DEFLATE) | LZMA2 | Zstandard |
| Kompressionsrate | Gut | Sehr gut | Sehr gut | Keine | Gut | Exzellent | Sehr gut |
| Geschwindigkeit | Schnell | Mittel | Langsam | Sehr schnell | Schnell | Langsam | Sehr schnell |
| Verschlüsselung | Ja (AES) | Ja (AES) | Ja (AES) | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Native OS-Unterstützung | Windows, macOS, Linux | Nein | Nein | Linux, macOS | Linux, macOS | Linux, macOS | Linux |
| Open Source | Ja | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Solid Compression | Nein | Ja (optional) | Ja | – | Ja | Ja | Ja |
| Multivolume / Split | Ja (selten genutzt) | Ja | Ja | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Typischer Einsatz | Dateiaustausch, E-Mail | Downloads, Gaming-Mods | Backups, große Archive | Dateibündelung (Unix) | Linux-Quellcode, Backups | Linux-Pakete, Distribution | Linux-Pakete (neu), Backups |
Benchmarks: Kompression und Geschwindigkeit im Praxistest in 2026
Für den Benchmark haben wir fünf typische Dateitypen mit unterschiedlichen Kompressionsverfahren gepackt: eine exakt 1 MB große Testdatei (Auszug aus „War and Peace“), einen rund 8 MB großen Ordner aus gemischten Dateien (Text, JPG, PDF), den aktuellen 7zip-Quellcode, eine fast 100 MB große WebServer-Logdatei, sowie eine 347 MB große Alpine-Linux-ISO. Komprimiert wurde mit (2026) jeweils aktueller Version von ZIP, 7z, tar.gz, .tar.xz RAR und Zstd unter Standardeinstellungen auf einem Ryzen 3950X.
Das erste Diagramm zeigt die komprimierte Größe in Prozent des Originals. Je kleiner der Balken, desto besser die Kompression. Bei Textdateien und Logfiles sind die Unterschiede erwartungsgemäß am größten: 7z und tar.xz erreichen hier nur 4-8% der Originalgröße. Zip und .tar.gz liegen bei 8 bis 36%. Bei bereits komprimierten Dateien wie dem ISO-Image oder dem gemischten Ordner liegen alle Formate bei über 90%; hier bringt die zusätzliche Kompression kaum noch etwas.

Das zweite Diagramm zeigt die benötigte Zeit zum Erstellen des Archivs. ZIP, tar.gz und rar komprimieren schnell, während 7z und insbesondere xz deutlich länger brauchen. Die bessere Kompression erkauft man sich also mit zusätzlicher Wartezeit. Die Skalen sind je Testdatei unterschiedlich, sind also nur in der jeweiligen Kategorie zu vergleichen.
Deutlich zu erkennen ist, dass der relativ neue ZSTD-Standard in Sachen Performance ein wahrer Überflieger ist. In Allen Szenarien ist zstd erheblich schneller während die Dateigröße mit gzip praktisch gleichauf ist.
ZIP – der universelle Alleskönner
ZIP ist das mit Abstand verbreitetste Archivformat der Welt. Windows (seit Version ME / 2000), macOS und Linux können ZIP-Dateien ohne Zusatzsoftware öffnen und erstellen. Diese universelle Unterstützung macht ZIP zur kompatibelsten Variante beim Dateiaustausch: jeder Empfänger sollte die Datei öffnen können.
Die Geschichte von ZIP-Dateien:
Die Entstehung des ZIP-Formates ist eng mit einem Rechtsstreit verbunden: in den 1980er-Jahren war das ARC-Format von System Enhancement Associates (SEA) DER Standard für Datenkompression. Der junge Programmierer Phil Katz aus Milwaukee entwickelte mit PKARC eine schnellere und stabilere Alternative. Allerdings wurde Katz wegen Urheberrechtsverletzungen von SEA verklagt und verlor den Rechtsstreit.
Phil Katz reagierte, indem er ein völlig neues Archivformat entwickelte: ZIP. Anfang 1989 veröffentlichte Katz das Format zusammen mit der Software „PKZIP“. Im Gegensatz zu ARC veröffentlichte er jedoch die komplette Formatspezifikation als Public Domain. Somit konnte jeder mit ZIP kompatible Software entwickeln und veröffentlichen.
Diese Offenheit war und ist auch entscheidend für den Erfolg des Formates: Während SEA und das ARC-Format später in der Bedeutungslosigkeit versanken, wurde ZIP innerhalb weniger Jahre zum Standard. Phil Katz erlebte den Siegeszug von ZIP allerdings nur bedingt: er starb bereits im Jahr 2000 im Alter von nur 37 Jahren. Seine Firma PKWARE existiert allerdings bis heute und pflegt weiterhin die ZIP-Spezifikation.
Technische Merkmale des ZIP-Formats:
ZIP verwendet standardmäßig den DEFLATE-Algorithmus zur Kompression. DEFLATE bietet einen guten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Dateigröße. Neuere ZIP-Versionen unterstützen auch stärkere Algorithmen wie LZMA oder Zstandard, allerdings mit dem Nachteil, dass ältere Archivprogramme diese Dateien dann nicht entpacken können.
ZIP komprimiert jede Datei einzeln. Das hat den Vorteil, dass auch jede Datei einzeln gelesen werden kann ohne, dass das ganze Archiv hierfür entpackt werden muss. Der Nachteil hingegen: Redundanzen in gleichartigen Dateien werden bei der Kompression beibehalten. Die Archive sind in der Folge unter Umständen größer. ZIP unterstützt also keine progressive Kompression (auch Solid Compression genannt).
RAR – der Klassiker unter Windows
RAR (Roshal Archive) ist nach ZIP wohl das zweitbekannteste Archivformat, jedenfalls in der Windows-Welt. Es bietet eine bessere Kompression als ZIP, ist jedoch als proprietäres Format nicht ohne zusätzliche Software zu öffnen.
Die Geschichte von RAR
RAR wurde 1993 vom russischen Programmierer Eugene Roshal entwickelt. Roshal war damals gerade 21 Jahre alt, noch jünger also als Phil Katz bei der Entwicklung von PKZIP. Roshal entwickelte zunächst eine DOS-Version und brachte 1995 WinRAR für Windows heraus.
RAR ist, im Gegensatz zu ZIP, proprietär. Das heißt, dass die Formatspezifikation nicht öffentlich ist. Während es zahlreiche Programme gibt, die RAR-Dateien entpacken können (7-ZIP, PeaZip, …) dürfen nur lizenzierte Programme RAR-Archive erstellen.
Warum wurde RAR so populär?
RAR verbreitete sich in den 1990er und 2000er-Jahren insbesondere in der Downloadszene. Das Format bot zwei wichtige Aspekte: eine bessere Kompression als ZIP (wichtig, weil Speicherplatz knapp und die Internetverbindungen langsam waren) und die Möglichkeit, große Archive in mehrere Teile aufzuspalten (Multivolume-Archive). Letzteres war praktisch um große Dateien auf mehrere Disketten oder CDs zu verteilen oder Upload-Limits zu umgehen.
RAR heute
Mit schnelleren Internetverbindungen und besserer nativer ZIP-Unterstützung hat RAR an Bedeutung verloren. Für den allgemeinen Dateiaustausch ist ZIP heute die bessere Wahl. Dennoch hat das RAR-Format auch heute noch seine Anhänger und im Gaming-Bereich wird es gerne noch, zum Beispiel für Mods, genutzt.
7z – Open-Source mit maximaler Kompression
7z ist das Standardformat des Open-Source-Programms 7-Zip und bietet mitunter die beste Kompression unter den gängigen Archivformaten. Allerdings bedeutet hier eine bessere Kompression auch eine längere Kompressionszeit.
Die Geschichte von 7z
Auch 7-Zip wurde von einem russischen Entwickler entworfen: Im Jahr 1999 veröffentlichte Igor Pavlov 7-Zip. Das Programm und das Dateiformat stehen unter LGPL-Lizenz und sind damit vollständig quelloffen. Pavlov entwickelte auch den LZMA-Algorithmus, welcher die Grundlage für 7z darstellt. Obwohl die Spezifikationen offen und die Kompression sehr gut ist, konnte sich 7z bisher noch nicht breit durchsetzen, für weite Verbreitung fehlt eine native Betriebssystemunterstützung.
Wann 7z sinnvoll ist
7z eignet sich hervorragend für Backups und Archive, bei denen die Dateigröße wichtiger als die Kompatibilität für den Austausch ist. Um große Dateimengen langfristig zu speichern ist eine bessere Kompression langfristig sinnvoller, auch wenn die initiale Komprimierung etwas länger dauert.
tar – der Dinosaurier der Archive
tar (Tape Archive, auch tarball genannt) ist das traditionelle Archivformat der Linux- und Unix-Welt. Das Besondere: tar selbst komprimiert die Dateien nicht. Es bündelt lediglich mehrere Dateien und Verzeichnisse in einer einzigen Datei. Auch ZIP hat diese Funktion, allerdings ist es dort die Ausnahme, bei tar der Standardfall.
Die Geschichte von tar
Tar wurde 1979 für Unix 7 bei AT&T Bell Labs entwickelt. Der Name „Tape Archive“ verrät auch den ursprünglichen Anwendungsfall: Das Sichern von Dateien auf Magnetbändern. Das Format ist somit eines der ältesten noch aktiv genutzten Archivformate.
Die Unix-Philosophie: „Ein Programm soll eine Aufgabe erledigen, und diese gut“ spiegelt sich in tar wider: Es bündelt Dateien ohne sie zu komprimieren. Für die Kompression wird ein separates Programm verwendet: gzip, bzip2, xz und neuerdings auch zstd. Die kombinierten Formate heißen dann entsprechend .tar.gz (oder .tgz), .tar.bz2, .tar.xz oder .tar.zst.
.tar.gz, .tar.xz, .tar.zst – die Unterschiede
.tar.gz verwendet gzip zur Kompression. gzip ist der klassische Standard für Quellcode-Pakete und bereits seit den 1990er Jahren weit verbreitet. Die Kompression ist schnell, aber je nach Einstellung nicht besonders stark.
.tar.xz verwendet den LZMA2-Algorithmus (wie in 7z) und erreicht die beste Kompressionsrate unter den tar-Varianten. Dafür ist die Kompression allerdings deutlich langsamer. Viele Linux-Distributionen nutzen .tar.xz für ihre Paketarchive, da die eingesparte Bandbreite die längere Kompressionszeit rechtfertigt.
.tar.zst verwendet Zstandard und bietet einen exzellenten Kompromiss: Die Kompression ist fast so gut wie bei xz, ist aber deutlich schneller. Immer mehr Linux-Distributionen wechseln daher von xz zu zstd. Arch Linux nutzt seit 2020 Zstandard für seine Pakete, Fedora seit 2019.
Zstandard: Newcomer mit Potenzial
Zstandard (zstd) ist ein vergleichsweise junger Kompressionsalgorithmus. Erst 2015/2016 von Yann Collet bei Facebook (heute Meta) entwickelt, verbreitet er sich rasant. Das Besondere an ZStandard: Zstd löst ein Problem, das andere Algorithmen haben, den Konflikt zwischen Geschwindigkeit und Kompressionsrate. Denn traditionell galt: Wer stark komprimieren will, der muss dafür lange warten (wie bei xz), wer es schnell braucht, der hat größere Dateien (z.B. gzip). Zstandard kann dieses Muster brechen: bei vergleichbarer Kompressionsrate wie xz entspricht die Geschwindigkeit ungefähr der von gzip. Somit vereint zstandard die Vorteile von beiden Formaten in einem.
Verbreitung
Die Adoption von Zstandard schreitet schnell voran:
Linux-Distributionen: Arch Linux wechselte 2020 von xz zu zstd, Fedora bereits 2019
Windows 11: Seit Oktober 2023 kann Windows 11 .tar.zst ohne Zusatzsoftware entpacken
Browser: Chrome (seit Version 123 im März 2024) und Firefox (seit Version 126, Mitte 2024) unterstützen zstd für Webseiten
Für Endanwender ist zstd noch nicht so relevant wie .rar oder .zip, im Server und Entwicklerumfeld ist der Standard jedoch bereits etabliert.
Welches Format wofür?
Für den Dateiaustausch: ZIP. Jeder kann es öffnen, es sind keine Erklärungen nötig.
Für Backups und Archivierung: 7z oder .tar.zst für maximale Kompression
Für Linux-Quellcode und Pakete: tar.gz (klassisch), tar.xz (klein) oder tar.zst (modern).
Für den Empfang von RAR-Dateien: Mit 7-Zip oder einem anderen kompatiblen Programm entpacken – oder gleich hier in ein handlicheres Format umwandeln.
Quellen und weiterführende Links
- RFC 8478 – Zstandard Compression (IETF-Standard)
- APPNOTE.TXT – Offizielle ZIP-Formatspezifikation (PKWARE)
- 7z Format – Offizielle Dokumentation (7-Zip)
- GNU tar – Offizielle Projektseite
- Zstandard – Offizielle Projektseite (Meta)
- Where Was the Zip File Invented? – Milwaukee Magazine, 2023 (Ein sehr lesenswerter Artikel über die Geschichte von Phil Katz und PKWARE)

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